Der Zoff um den mächtigen Fifa-Boss Gianni Infantino (56) geht in die nächste Runde. Nachdem es zuletzt vor allem von der Uefa mächtig Gegenwind für den Schweizer gegeben hatte, schlägt die Fifa jetzt zurück gegen die europäischen Verbände. Und das auf juristischer Ebene. Bereits Anfang des Monats wurde dies angekündigt, jetzt sind die Inhalte bekannt.
Infantino: Heftige Fifa-Vorwürfe gegen die Uefa
Die Fifa hat europäische Fußballfunktionäre der „Belästigung“ gegen Infantino sowie des Versuchs bezichtigt, die Präsidentschaftswahl durch die „Verbreitung von Falschinformationen“ über ihn im Zusammenhang mit dem WM-Projekt zu beeinflussen. Diese Vorwürfe gehen aus einem „Sky News“ vorliegenden Gerichtsdokument der Fifa in Miami hervor. Darin wehrt sich der Weltverband gegen den Antrag der Uefa auf Herausgabe sämtlicher Beweismittel, die mit dem Versuch in Verbindung stehen, Anteile an der Weltmeisterschaft an private Investoren zu veräußern.
Demnach schreiben die Anwälte der Fifa: „Das Verhalten der Uefa zeigt, dass ihr Antrag in schlechter Absicht und zur Belästigung gestellt wurde.“ Die Uefa hatte die Herausgabe sämtlicher Unterlagen zum umstrittenen „FIFA Forward Enterprise“-Projekt verlangt. Sie erwägt ein Verfahren gegen Infantino wegen strafbarer Misswirtschaft mit dem Vorwurf, er habe die Turnierrechte zu einem zu niedrigen Preis vergeben, um sich persönlich zu bereichern. Die Anwälte der Fifa schreiben dazu: „Völlig grundlos unterstellt die UEFA, Herr Infantino habe aus dem FFE-Vorhaben persönlichen Nutzen ziehen wollen.“
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Der seit der WM immer größer werdende Zoff ist vor Infantinos angestrebter Wiederwahl im März ausgebrochen. Die Uefa hat ihre Unterstützung zurückgezogen, jedoch vor Ablauf der Frist im November bisher noch keinen Gegenkandidaten benannt. In der juristischen Stellungnahme der Fifa heißt es: „Kurz vor der Fifa-Wahl reichte die Uefa diesen Antrag (sowie drei weitere) ein und verbreitete dabei Falschinformationen über Herrn Infantino. Das Gericht sollte jeden Versuch zurückweisen, die Wahl des Fifa-Präsidenten auf dieser Grundlage zu beeinflussen.“